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" Der Geist des Herrn ruht auf mir;...
Er hat mich gesandt, damit ich den Armen
eine gute Nachricht bringe". Lk 1.18

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Liebe Leserinnen und Leser, liebe Missionsfreunde,
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Der Herbst zeigt sich von seiner schönsten Seite. Buntfarbig geben sich die Wälder, sonnig hell die Täler, nur sanft von Nebelschwaden durchzogen. Wie gerne liesse ich mich treiben in diesem Strom von Licht und Farben. Doch ach, ich bin an meinen Tisch gebunden, weil ich die Zeilen für Euch noch nicht gefunden. Genug der Poesie!
„Herbst“ heisst Rückschau halten. Das ausklingende Jahr ist für mich eindeutig von den beiden grossen Reisen nach Madagaskar und Bolivien geprägt. Nach vier Jahren das Land und die Leute wieder zu treffen, mit denen man viele Jahre gemeinsam gearbeitet und gelebt hatte, war ein eindrückliches Erlebnis. Nicht nur helle Freude. Fragezeichen überwiegten. Wohin führen die politischen Wirren? Nimmt die Kirche ihre spezifische Sendung in dieser Krisenzeit wahr? Was motiviert die vielen jungen Menschen, Männer und Frauen, sich in den Dienst einer religiösen Gemeinschaft oder der Kirche zu stellen? Wie wird Mission gesehen? Um dieser Frage tiefer nachzugehen und gleichzeitig dem 100 Jahr-Jubiläum unserer Mission einen würdigen Abschluss zu geben, hat sich der Kongregationsrat der Hl. Familie – Provinzobere plus Generalleitung – in Bolivien versammelt. Ich persönlich hoffte, am Ursprung der Befreiungstheologie um einige Impulse bereichert zu werden. Leider war dem nicht so. Sowohl in Madagaskar wie in Bolivien drängte sich die Frage auf: verliert unsere Mission – und damit die Kirche – die Armen aus den Augen? Neuorientierung wird nötig. Nicht, dass ich jetzt Mission neu definieren will. Sie ist uns immer schon gegeben in der Botschaft Jesu Christi. |
Wir alle sind gesandt, Sie und ich, liebe Leserinnen und Leser, die Frohe Botschaft den Menschen zu verkünden. Quelle dieser Sendung ist unser Glaube an die Gegenwart eines liebenden Gottes, der sich in Jesus offenbarte. An ihm müssen wir uns immer wieder orientieren. Sein Mitgefühl galt in besonderer Weise den Armen und Ausgegrenzten. Für sie hat er die völlige Ohnmacht und den Tod auf sich genommen. Wir sind seine Gesandten in das neue Jahr hinein.
Im Herbst heisst es Abschied nehmen. Nein, traurig sind wir nicht. Es war ein gutes Jahr für die meisten von uns. Dankbarkeit erfüllt uns, für all das Gute und Schöne, das wir erleben durften, für all die Liebe, die wir weiter schenkten an all jene Menschen auf der weiten Erde, die von Krankheit, Unglück und Naturkatastrophen nicht verschont blieben. P. Roman Zwick
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„Ich erfahre die Kirche als Stimme der Armen, der Rechtlosen und Ausgeschlossenen“, |
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sagt Pater Fulgence Richard, Mitglied der MSF im Gespräch mit Missionsprokurator P. Roman Zwick. Seit September 011 studiert P. Richard am „Institut catholique“ in Lyon Pastoraltheologie. Vor drei Jahren wurde er in Madagaskar zum Priester geweiht. Die Herbstferien boten ihm die Möglichkeit eines Besuchs in Werthenstein.
R. Z.: Pater Richard, Du hast Lyon als dein Studienort gewählt. Ist dies deine persönliche Entscheidung oder gehört es zu eurem Bildungsprogramm?
P. Richard: Ich habe Lyon gewählt, weil diese Universität bekannt ist durch ihre Pädagogik, d.h. ihre individuelle Begleitung in der Forschung. Natürlich ist es mein Wunsch, meine Studien vertiefen zu dürfen. Aber mein Entscheid wird auch von meiner und der französischen Provinz getragen und nicht zuletzt von der Madagaskar Missionsprokura in der Schweiz, die diesen Aufenthalt erst ermöglicht.
R. Z.: Dieses Frühjahr war ich selber in Madagaskar. Es hat sich in den letzten vier Jahren sehr viel geändert. Auffallend ist vor allem der politische und wirtschaftliche Verfall des Landes. Arbeitslose und Bettler füllen die Strassen und Plätze. Nimmt die madagassische Kirche diesen Verfall überhaupt wahr? Wie reagiert sie darauf?
P. Richard: Ja, Du hast schon richtig gesehen. Die Gründe der zunehmenden Armut sind das Fehlen eines gesunden Patriotismus (Liebe zum Vaterland), das Fehlen einer politischen Ethik, schlechte Verwaltung des Eigentums und der Bodenschätze. 60% des Staatsbudgets sind von der Hilfe des Auslands abhängig. Die Kirche spürt diese Situation nicht nur, sie leidet mit dem Volk. Die Bischofskonferenz, einzige Instanz, die sich in nationalen Angelegenheiten äussern kann, wird nicht müde, die grassierende Ungerechtigkeit, Unsicherheit, schlechte Verwaltung und die Armut anzuprangern. Ich erfahre die Kirche als Stimme der Armen, der Rechtlosen und Ausgeschlossenen, die sich vor allem auch in den Organisationen „Caritas“ und „Justice et Paix“ bemerkbar macht, bis weit in den Busch hinaus.
R. Z.: Anders als der Staat hat sich die madagassische Kirche entwickelt. Nicht nur die Kirchen sind meistens übervoll, sondern auch die Priester-Seminare und andere kirchliche Bildungshäuser. Kann man in diesem Boom der kirchlichen Berufe eine Kampfansage an den politisch- wirtschaftlichen Verfall sehen?
P. Richard: Es ist sehr schwer, die Motivation der einzelnen Kandidaten auszumachen. Darum nimmt man sich auch sehr viel Zeit für das Kennen lernen und die Ausbildung der jungen Menschen. Natürlich könnte ja auch die Flucht vor der Krisensituation eine Motivation sein. Es muss aber gesagt sein, dass das Leben in unseren Bildungshäusern nicht nur ein Sonntagsspaziergang ist. Erstens nimmt man nicht einfach jeden beliebigen Interessenten auf und zweitens werden diese jungen Menschen jahrelang intellektuell und spirituell ausgebildet. Diese Ausbildung ist nicht auf Konfrontation mit dem Staat ausgerichtet. Wir, das Volk, machen ja den Staat aus. Die jungen Frauen und Männer werden ausgebildet, einen missionarischen Auftrag in ihrer Welt zu erfüllen: Freiheit, Gerechtigkeit und Friede zu verkünden. (Dies ist auch das Thema meiner Arbeit: Die Mission der Ortskirche).
R. Z.: Vorläufig wirst Du zwei Jahre in Lyon sein. Natürlich gibt es nicht nur die Zeit des Studiums, sondern auch die Ferienzeit. Hast Du schon eine Idee, wie Du diese Zeit gestalten wirst?
P. Richard: Wie ich meine Freizeit gestalten werde, hängt sicher von meinem Studium ab. Es gibt ja nicht nur die Vorlesungen, sondern da ist vor allem auch die Forschungsarbeit. Eine andere wichtige und sehr notwendige Aufgabe sehe ich in meiner Mitarbeit an der Missionsprokura hier in der Schweiz. Finanziell werden wir wohl noch längere Zeit von der Schweiz abhängig sein. Darum ist es nur richtig, dass wir selber mithelfen, die grossen Anstrengungen der Schweizer Provinz mitzutragen. Darüber hinaus will ich aber auch die verschiedenen Gemeinschaften der MSF kennen lernen und dort meine freien Tage überbrücken. Sicher bleibt auch noch ein wenig Zeit für Sport und Kulturelles. Ich freue mich auf die vielen Begegnungen, die auf mich zukommen. Jetzt schon ganz herzlichen Dank!
P. Richard, ich danke für das Gespräch.
P. Roman Zwick
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Nachrichten aus Werthenstein |
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Liebe Freunde unseres Missionswerkes, wir gelangen heute mit einem besonderen Anliegen an Sie. Seit 1950 bis 1975 ist durchschnittlich jedes Jahr ein Schweizer als Missionar von der Hl. Familie nach Madagaskar abgereist. Das Kollegium Nuolen und das Missionsseminar Werthenstein hatten ihn für den Einsatz auf der ostafrikanischen Insel vorbereitet. Um den Bedürfnissen der Missionsarbeit in einem der ärmsten Gebiete im Südwesten der Insel gerecht zu werden, wurde in der Schweiz ein Stützpunkt, die Missionsprokura, errichtet. Sie bewährte sich als Drehscheibe zwischen einem immer grösser werdenden Gönnerkreis und der im Aufbau befindlichen Mission. Die Situation heute Noch leben zwei Schweizer Mitbrüder unter 40 einheimischen Ordensmitgliedern, die sich nebst der Seelsorge um den Fortbestand der Schulen und zusammen mit Ordensschwestern um die karitativen und sozialen Einrichtungen kümmern. Um ihrem Wirken Nachhaltigkeit zu sichern, ist eine gezielte Ausbildung von Führungs- und Fachkräften gefragt. Sie betrifft die verschiedenen Bereiche der Leitung und Verwaltung, der Lehrtätigkeit, des Gesundheitswesens und der Kommunikation. Die Missionsprokura sieht sich von dieser Situation auf zweifache Weise herausgefordert, einerseits von den neuen Bedürfnissen im Entwicklungsland und andererseits durch die Rechenschaft, die sie den Gönnerinnen und Gönnern unseres Missionswerkes schuldet. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, bedarf es einer neuen Strategie für die Beschaffung und den Einsatz der Mittel. Vor allem aber braucht es Menschen, die mit Begeisterung und Wohlwollen in den Dialog treten mit Menschen eines anderen Kulturkreises. Zu diesem Zweck wurde an der Generalversammlung unseres Missionsvereins von der Hl. Familie im März 2011 ein „ Förderverein Mission Hl. Familie“ gegründet. Dieser Verein befasst sich mit der Beschaffung und Verwaltung der zweckgebundenen Finanzen und deren Zuteilung an die genehmigten Projekte.
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MADAGASKAR-MISSIONS-PROKURA
Prokurator:
PC 60-16895-2
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So können Sie uns gezielt helfen
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